Projektübersicht2018-12-21T14:36:12+00:00

Projektübersicht

Das Vor-Pro­jekt umfasst – unter Zuar­beit des Frei­staa­tes Sach­sens und der spä­ter zu invol­vie­ren­den wis­sen­schaft­li­chen Part­ner-Orga­ni­sa­tio­nen sowie exter­ner Fach­be­ra­ter – die For­mu­lie­rung der wis­sen­schaft­li­chen Ziel­set­zun­gen, das Ein­ho­len aller Geneh­mi­gun­gen und die Erar­bei­tung einer Pro­jekt­skiz­ze für das zu bean­tra­gen­de nach­fol­gen­de „GIGS“-Hauptprojekt. Die­ses wird das Abteu­fen einer abge­lenk­ten Boh­rung zur Erkun­dung und Cha­rak­te­ri­sie­rung der Stö­rungs­zo­ne Roter Kamm und des­sen kon­ju­gier­ten Stö­run­gen im Glees­berg-Gra­nit mit einem umfang­rei­chen wis­sen­schaft­li­chen Mess- und Test­pro­gramm umfas­sen.

Das Haupt-Pro­jekt umfasst das Abteu­fen der 4.500 Meter tie­fen For­schungs­boh­rung “Sil­ber­berg” zur Erkun­dung der geo­lo­gi­schen und hydrau­li­schen Ver­hält­nis­se für einen mög­li­chen spä­te­ren geo­ther­ma­len Aus­bau in der Regi­on.

Geo­lo­gi­sche Kar­te der Regi­on Schneeberg/Bad Schle­ma

Am Pro­jekt­stand­ort Schneeberg/Bad Schle­ma kom­men ober­fläch­lich bis in ca. 1.200 m Tie­fe regio­nal­me­ta­mor­phe Gesteins­for­ma­tio­nen (Ton-, Quar­zit- und Glim­mer­schie­fer ordovi­zi­schen Alters) und unter­halb die­ser, varis­zi­sche Gra­ni­te des ver­ei­nig­ten Gra­nits von Aue, Auer­ham­mer und Schnee­berg (Glees­berg) vor. Die Kon­tur der Gra­ni­tober­flä­che ist durch Boh­run­gen und im Gru­ben­ge­bäu­de Schle­ma- Albero­da berg­män­nisch auf allen Soh­len auf­ge­schlos­sen. Sie fällt in nord- bis nord­öst­li­cher Rich­tung im Bereich der Orte Lan­gen­bach und Wild­bach auf 2.500 Meter bis 3.000 Meter unter Gelän­de­ober­kan­te ab. In einer Teu­fe von 4.000 Meter bis 5.000 Meter ste­hen aus­schließ­lich die fluor­ar­men Bio­tit­gra­ni­te an.

Die geo­ther­ma­len Kenn­wer­te der Flu­or-armen Bio­tit­gra­ni­te bezüg­lich der Wär­me­leit­fä­hig­keit und der radio­ge­nen Wär­me­pro­duk­ti­on sind auf Grund der mine­ra­lo­gisch- geo­che­mi­schen Cha­rak­te­ri­sie­rung die güns­tigs­ten im gesam­ten Erz­ge­bir­ge. Ihre Wär­me­leit­fä­hig­keit liegt zwi­schen 2,5 W/mK und 3,0 W/mK. Die radio­ge­ne Wär­me­pro­duk­ti­on der Gra­nit­pro­ben vari­iert ent­spre­chend der Teu­fen­la­ge zwi­schen 4,0 μW/m³ und 8,0 μW/m³. Die pro­gnos­ti­zier­ten Tem­pe­ra­tu­ren für eine ver­ti­ka­le Ziel­tie­fe von ca. vier Kilo­me­tern unter Gelän­de­ober­kan­te lie­gen im Bereich von 160 °C bis 190 °C.

Das Vor­pro­jekt umfasst die Vor­be­rei­tung die­ser vier­ein­halb Kilo­me­ter tie­fen und abge­lenk­ten For­schungs­boh­rung “Sil­ber­berg” am Stand­ort Schneeberg/Bad Schle­ma und die Erar­bei­tung des dafür erfor­der­li­chen wis­sen­schaft­li­chen Begleit­pro­gramms.

Inner­halb die­ses Vor­pro­jekts wer­den die dafür not­wen­di­gen wis­sen­schaft­li­chen, berg­recht­li­chen und tech­ni­schen Grund­la­gen und Vor­aus­set­zun­gen für das spä­te­re Haupt­pro­jekt geschaf­fen. Dies beinhal­tet The­men­be­rei­che wie:

  • Siche­rung von Grund­stück und berg­recht­li­cher Erlaub­nis für die Durch­füh­rung der Boh­rung “Sil­ber­berg”;
  • Bohr­pfad­aus­le­gun­gen und tech­ni­sche Bohr­pla­nun­gen;
  • Pla­nung und Start der Öffent­lich­keits­ar­beit;
  • Erar­bei­tung eines Über­wa­chungs- und Ent­sor­gungs­kon­zep­tes, Risi­ko­ma­nage­ment
  • Erar­bei­tung des wis­sen­schaft­li­chen Pro­gramms, ins­be­son­de­re:
    • Spe­zi­fi­zie­rung eines Fra­gen­ka­ta­logs zur Eva­lu­ie­rung der 3D-Seis­mik;
    • Kon­kre­ti­sie­rung des geo­lo­gi­schen Modells;
    • Wei­ter­füh­ren­de geologisch/mineralogische und hydrau­li­sche Cha­rak­te­ri­sie­rung der Stö­rung „Roter Kamm“ und
    • die Erar­bei­tung eines radio­lo­gi­schen und seis­mi­schen Moni­to­ring­kon­zep­tes und Bestim­mung von Abbruch­kri­te­ri­ent.

Das Ziel des GIGS-Pro­jekts ist die zwei­ma­li­ge Dur­ch­ör­te­rung der „Roten Kamm“-Störung in ca. zwei Kilo­me­ter bzw. vier Kilo­me­ter Ver­ti­kal­teu­fe mit Kern­ge­winn, geo­phy­si­ka­li­sche Bohr­loch­mes­sun­gen und För­der­tes­te. Die dafür erfor­der­li­che Bohr­pla­nung umfasst unter ande­rem die Pla­nungs­kri­te­ri­en von Bohr­pfad­pla­nung, Bohr­kon­zept inklu­si­ve Kern­bohr­ver­fah­ren, Ver­roh­rungs­sche­ma und Bohr­loch­aus­bau (Kop­let­tie­rung), Geo­phy­si­ka­li­sche Bohr­loch­mes­sun­gen und Bohr­loch­tes­te.

Abb.: Planungsgrundlage, vorläufiges GIGS-Bohrungsdesign (BGR 2018)

Abb.: Pla­nungs­grund­la­ge, vor­läu­fi­ges GIGS-Boh­rungs­de­sign (BGR 2018)

Als Grund­la­ge für die tech­ni­sche Bohr­pla­nung dient das geo­lo­gi­sche Vor­pro­fil für den Stand­ort Bad Schlema/ehemalige Poli­zei­schu­le (Tab.) sowie die dar­aus abge­lei­te­te vor­läu­fi­ge Boh­rungs­aus­le­gung (Abb.).

Geo­lo­gi­sches Vor­pro­fil
bis Teu­fe [m] Petro­gra­phie
400 Phyl­lit
1.200 Frucht­schie­fer
1.890 Glim­mer­fels
End­teu­fe 4500 m Gra­nit